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17.05.2015

Erfahrungsbericht - Zahn ziehen oder Wurzelbehandlung ?

Viele Patienten stellen sich sicherlich die Frage, wann muss eigentlich der Zahn gezogen werden und wann nicht ? Ich selbst habe nun die Erfahrung gemacht, dass diese Frage nicht so leicht zu beantworten ist.

Seit ca. fünf Jahren habe ich einen mit Gold überkronten Backenzahn, genauer gesagt hinten links. Bei diesem Zahn ist das Problem, dass irgendwie durch eine undichte Stelle Bakterien in den Zahnwurzelkanal gelangt sind. Bereits vor drei Jahren merkte ich eine Art Pochen unter dieser Zahnkrone, was mich etwas stutzig machte. Ok, Zahnschwischenraumbürste oder Zahnseide verwenden, wer macht das schon wirklich ? Ich habe diese Art der Zahnzwischenraumpflege einige Male durchgeführt, ehrlich gesagt wohl zu gering. Denn durch eine Röntgenaufnahme wurde nun deutlich, dass ich leider eine Entzündung im Zahnwurzelkanal habe und dies das Zahnfleisch unangenehm an der betroffenen Stelle anschwellen ließ. Nach einigen Tagen verschwanden die Schmerzen wieder, so dass ich es nicht für nötig empfand weitere Behandlungsschritte beim Zahnarzt folgen zu lassen.

Was sagt der Zahnarzt zur Entzündung unter der Zahnkrone ?

Die Ursache dieser Entzündung kann vielfältig sein, zum Beispiel:

  • Zahnarzt hat unsauber beim Einsetzen der Zahnkrone gearbeitet
  • Zahnkronenrand durchlässig geworden
  • ungenügende Zahnhygiene, wodurch die Bakterien in Zahnwurzelkanal gelangen





Mein neuer Zahnarzt hat mir dazu geraten, die eitrigen Bläschen weiter zu kontrollieren und stes ihn aufzusuchen. Generell ist dieser aber schon die Meinung, dass der Zahn leider gezogen werden muss. Denn eine Zahnwurzelresektion kommt nicht in Frage, weil der Entzündungsherd an den beiden Zahnwurzel sehr weit forgeschritten ist. Das Problem ist noch, dass die eine Zahnwurzel stark gekrümmt ist. Bei einer vorherigen Wurzelkanalbehandlung hat es mein ehemaliger Zahnarzt nicht geschafft die Bakterien gründlich zu entfernen. Was bedeutet, dass ich seit einigen Jahren mit diesem unangenehmen Entzündungsherd im Gebiss lebe. Mal etwas angeschwollen das Zahnfleisch unterhalb der Goldkrone. Mal ist es so, dass eitrige Blasen entstehen am Zahnfleisch, die ich dann selbst ausgedrückt habe wie eine Art Pickel. Drückt man diese Stellen aus, entsteht ein komisch riechender Geschmack im Mund. nach dem Auspressen der Eiterflüssigkeit schien es so, dass der Zahn nicht mehr so pocht. Hierzu muss man wissen, dass dadurch die Bakterien langfristig nicht beseitigt werden können.

Wozu rät nun der Zahnarzt ?

Mein Zahnarzt sagt nun, am besten den kranken Zahn ziehen lassen. Eine WSR ist nicht ratsam, weil durch Kappung der Zahnwurzel der Zahn keinen Halt mehr halt. Nach dem Ziehen des Zahnes entsteht eine Zahnlücke, die dann nach einigen Monaten durch eine dreigliedrige Zahnbrücke gefüllt wird oder alternativ ein Zahnimplantat. Eine entsprechende Zahnbrücke kostet um die 1.200 bis 1.400 Euro. Im Vergleich dazu das Zahnimplantat stolze 2.000 Euro minimum.

Wurzelbehandlung erfolgreich

Hier bin ich nun nicht sicher, denn:

  • mein Bonusheft habe ich nicht regelmäßig abstempeln lassen, wodurch ich die größtmögliche Ersparnis von 30 % bei idealer Führung nicht erhalten werde
  • vorzeitig eine Zahnzusatzversicherung habe ich leider nicht abgeschlossen, die vermutlich 80% der gesamten Kosten übernimmt
  • Zahnimplantat ist mir einfach zu teuer und nicht machbar zu diesen Konditionen
  • bei der günstigeren Variante der Zahnbrücke müssen nun zwei gesunde Zähne als Ankerzahn für die dreigliedrige Brücke herhalten. Gefällt mir nicht unbedingt, aber nicht besser möglich

Wie lange kann man diese Zahn-OP hinauszögern ?

Diese Frage habe ich meinem Zahnarzt auch gestellt. Hier muss man wissen, dass in wärmeren Monaten der Entzündungsgrad unterhalb der Zahnkrone zunimmt. Durch Wärme geraten die Bakterien mehr in Bewegung, wodurch sich die Entzündung verstärkt. Und irgendwann lassen sich die Schmerzen nicht mehr aushalten. Ein paar Wochen habe ich nun noch Überlegungszeit. Der Zahnarzt meinte nun, er würde in der Zahnarztpraxis die Krone vom Zahn entfernen, damit der Kieferchirurg den entsprechenden Zahn leichter ziehen kann. Oftmals ist es so, dass ein erkrankter Zahn unter einer Zahnkrone porös wird, wodurch das Zahnziehen erheblich schwerer wird.






Was ist jetzt der Plan ? Ziehen oder nicht ?

Aktuell überlege ich eine Zweit- und Drittmeinugn einzuholen. Denn es gibt spezielle Endodontologen, die spezielle Wurzelbehandlungen durchführen. Die haben meistens moderne Fachgeräte im Einsatz, wodurch sich das Problem mit den Bakterien genauer lokalisieren lässt. Ist eine Möglichkeit, denn 1.300 Euro für die Zahnbrücke sind auch eine stolze Summe. Zusätzlich habe ich mir noch eine topmoderne Zahnarztpraxis in Hamburg gesucht, um eine dritte Zahnarztmeinung einzuholen. Ich möchte einfach mal wissen, ob beim Endodontologen was möglich ist, oder der dritte Zahnarzt einen hilfreichen Rat hat. Wenn alle drei Fachärzte sagen, er müsse gezogen werden, dann werde ich den Zahn ziehen lassen beim Kieferchirurgen.

Was spricht dafür ?

Endlich dieses nervöse Pucken in der Zahnkrone vorbei. Man muss ich dann bei Hitze keine Sorgen und Gedanken machen, dass vielleicht das Zahninnere jederzeit “explodiert”. Die entstandene Zahnlücke muss dann erstmal abheilen und ich kann dann, so wie der Zahnarzt meinte, in sechs Monaten mit der dreigliedrigen Zahnbrücke loslegen. Ich kann mir dann in Ruhe überlegen, welches Material ich verwenden möchte. Gut ist natürlich noch, dass die entstandene Lücke nicht im sichtbaren Bereich ist. So könnte ich nötigenfalls auch mit Zahnlücke noch breit lachen.

Was spricht gegen Zahn ziehen ?

Hoffentlich entfernen die Kieferchrirurgen gründlich die gefährlichen Bakterien. Und hoffentlisch sind die Zahnschmerzen nach dem Ziehen noch allzu erträglich. Der Zahnarzt meinte, es sei schon absolute Routine das Zähne ziehen, dauert in etwa 10 bis 30 Minuten. Wenn man natürlich komplett Zahnkrone mit Zahn ziehen lässt und dieser bröckelt beim Ziehen, dann kann es natürlich schon etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.



Meinung aus dem Internet - sinnvoll ?

Im Internet gibt es einige Portale, auf denen man seine Frage “Zahn ziehen ja oder nein” loswerden kann. Man sieht, dass sehr viele Patienten oft diese eine Frage gestellt haben, weil sie ebenfalls nicht sicher sind wie sie nun vorgehen sollen. Denn das Vertrauen zum Zahnarzt ist, wie Sie sicherlich wissen, nicht das Allerbeste. Zahnärzte müssen auch Geld verdienen und der kritische Patient neigt zu denken, dass ihm nur das empfohlen wird, was dem Zahnarzt ordentlich an Umsatz oder Gewinn einbringt. Meine Erfahrung ist, dass ältere Zahnärzte etwas versierter und vertrauensvoller sind. Ihre Priorität liegt mehr auf Zahnrettung und Zahnerhaltung. Jüngere Zahnmediziner sind keineswegs schlechter, aber das Wort Zahnimplantat kommt doch schon häufiger in deren Sprachgebrauch vor, wie ich selbst schon erfahren durfte. Portale, die sinnvoll für das Einholen einer Meinung sind:

  • Gutefrage.net
  • Thanksdoc.de
  • jameda.de

Da tummeln sich viele Patienten auf Gutefrage.net. Bei den beiden anderen Portalen überwiegend Zahnärzte. Bei jemeda handelt es sich um ein Bewertungsportal, welches eine sehr hohe Reichweite an Lesern hat. Sie können hier erfahren, welcher Zahnarzt in welchem Ort die besten Bewertungen hat. Pesönlich sehr hilfreich, da parallel pro Zahnarzt Patientenmeinungen zu lesen sind.

Fragt man generell einen Zahnarzt über eines dieser Plattformen, lautet die Standardantwort:” Ist ein Individualfall, man müsse hierzu genauere Details haben.”. Stimmt auf jeden Fall, den ohne Röntgenaufnahme kann der Zahnarzt keine treffsichere und genaue Analyse vornehmen. Einige Zahnärzte haben mir zu einem Endodontologen geraten, was ich nun mal versuchen werde.

Was bringt mir ein Endodontologe ?

Der spezielle Einsatz eines Mikroskops vereinfacht ganz erheblich die Behandlung des Zahnwurzelkanals. Wesentliche Vorteile sind:

  • Schwerpunkt mehr Zahnerhaltung als Zahnersatz
  • Schmerzen werden schnell entfernt
  • bessere Sicht der Bakterien
  • verkalkte Zahnwurzelkanäle können besser eingesehen werden

Ich habe jetzt bei einem Endodontologen einen Termin vereinbart. Am Telefon wurde mir gesagt, dass ich bitte meine Röntgenaufnahme mitbringen soll. Geantwortet habe ich darauf zögerlich, da eventuell mein aktueller Zahnarzt skeptisch auf die Herausgabe meines Röntgenbildes reagiert. Natürlich ist es dazu verpflichtet, aber einen komischen Beigeschmack bringt das sicherlich mit sich. Und insgeheim möchte ich eine zweite Röntgenaufnahme in der Hoffnung, dass diese Praxis ein modernes Gerät hat. Vielleicht finden sich hier weitere Neuigkeiten bezüglich meiner Zahnwurzelentzündung.

Warum habe ich nun Zweifel ?

Sagt mir der Endodontologe es wäre kein Problem die Bakterien aus dem Zahnwurzelkanal zu entfernen, würde ich unsicher werden. Schließlich möchte er auch Geld verdienen und woher soll man nun wissen, ob seine Zahnwurzelbehandlung auch bei gekrümmter Zahnwurzel erfolgreich ist. Denn eine eine Behandlung der Zahnwurzel bei einem Endodontologen wird auch um die 500 bis 800 Euro kosten. Und dann stellt sich anschließend die Frage, muss dann ebenfalls die Zahnkrone komplett neu erstellt werden ? Wenn ja würden sich die Kosten auf 500 Euro plus 700 Euro beziffern. Also reden wir von ca. 1.200 Euro. Und wenn diese Behandlung nicht erfolgreich ist, bedeutet die Bakterien vermehren sich weiterhin, dann entstehen Kosten von 1.200 Euro beim Endodontologen plus Zahnbrücke von 1.300 Euro. Also 2.500 Euro für diesen ganzen Aufwand. Aber mal abwarten, was der Endodontologe sagt.

Ich war nun doch nicht beim Endodontologen

In der Zwischenzeit hatte ich den Termin abgesagt, denn egal wie man es wendet und dreht, wird es so oder soll teuer werden. Ein Fachmann aus der Wurzelbehandlung wird auch nicht wenig verlangen, wenn man sich diverse Berichte zu den Kosten anschaut. Und garantieren kann er mir letztendlich leider auch nicht, dass die Bakterien gründlich aus den Kanälen entfernt werden können. Ich vertraue einfach mal meinen Zahnarzt und lasse mir im Sommer meinen kranken Zahn ziehen. Aber erst dann, wenn ich starke nicht auszuhaltene Schmerzen verspüre. Zeitlich war es leider auch nicht möglich einen passablen Termin zu bekommen und zu einem anderen Zeitpunkt hatte er zwei Wochen Urlaub. Daher werde ich dann irgendwann ziehen lassen und dann später eine Zahnbrücke überlegen. Ein Zahnimplantat kommt jetzt nicht in Frage, weil es einfach zu teuer ist. Ich denke, dass eine eventuelle Zahnverschiebung in diesem Bereich nicht so gravierend ist. Zahnimplantate sind im Bereich Zahnersatz die teuerste Variante und daher werde ich mich dazu nicht entschließen. Eine Zahnzusatzversicherung macht auch wenig Sinn, wie mir mein Zahnarzt bestätige, da die Privaten diese Behandlung finanziell nicht übernehmen würden. Der Grund ist, weil diese Art der Behandlung mit meinem Zahnarzt schon besprochen wurde und diese dies bereits per Protokoll festgehalten hat. Würde ich nun eine Zahnzusatzversicherung abschließen, würde der private Zahnzusatzversicherer nun die entsprechende Protokoll anfordern, was er rechtlich darf. Da es sich um eine schon vorab besprochene Zahnersatzbehandlung handelt, würde diese in einer neuen abgeschossenen Zahnzusatzversicherung nicht übernommen werden und müßte ich somit komplett selbst bezahlen.

Mein Fazit:

Wenn man viele Jahre seine Zahnpflege vernachlässigt hat, sollte man trotzdem mal den Zustand seines Gebisses beim Zahnarzt kontrollieren lassen. Hierbei wichtig zu beachten, wenn du drei unterschiedliche Zahnärzte einen Kosten-und Heilplan erstellen lässt, hast du drei verschiedene Preise, die teilweise sehr unterschiedlich hoch sein können. Nicht das billigste Angebot annehmen, sondern genau prüfen. Man muss hier immer entscheiden, was muss möglichst bald behandelt werden und welche Maßnahme kann noch nach hinten geschoben werden. Wenn das einiges an Zahnreparaturen anstehen sollte, dann würde ich über einen Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nachdenken. Aber hier ganz wichtig über die Wartezeiten schauen, denn diese sind bei jeden unterschiedlich. Es geht hier um die Deckungssummen in den ersten vier bis fünf Jahren. Bei einigen Anbietern ist Erstattungsbetrag im ersten Jahr auf maximal 600 Euro beschränkt. Benötigst du im ersten Jahr mehrere Zahnkronen, dann wird die Zahnkronen Kosten die 600 Euro deutlich übersteigen. Daher genau gucken, ob man dann beispielsweise die zweite Zahnkrone auf das Folgejahr verschieben kann, damit diese noch kostendeckend ist. Und zum Fall des Zähneziehens würde ich einfach individuell entscheiden. Nicht nur eine Zahnarztmeinung einholen, sondern immer eine zweite. Danach fällt dir die Entscheidung auf jeden Fall leichter.


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